Eine Welt ohne Wasser, eine italienische Dystopie. In Ginevra Lambertis neuem, eindringlichem Roman „Das Wasser wiegt schwerer als die Zeit“ (Piper 2026) erwacht die junge Dalia in einer aus den Fugen geratenen Welt.
Auf der Suche nach einem Ort, an dem es auch nach dem Zusammenbruch der Zivilisation noch Menschlichkeit gibt, führt ihr Weg durch eine Landschaft aus Trockenheit, sintflutartigen Regenfällen, Erinnerung und Verlust zur Frage, was Gemeinschaft für das Überleben bedeutet.
Nach autobiografisch gefärbten Erzählungen blickt Ginevra Lamberti mit ihrem vierten Roman über den Rand der bekannten Welt hinaus.
Mutig vermischt sie historische Untersuchung mit ökologischem Denken und queerer Philosophie und belebt das Erkenntnispotenzial von Märchen, Mythos und Folklore für die heutige Debatte.
Anlässlich der deutschen Veröffentlichung des Romans gibt die Übersetzerin Annette Kopetzki Einblicke in die Herausforderungen, diesen außergewöhnlichen und verstörenden Roman vom Italienischen ins Deutsche zu übertragen.
Annette Kopetzki hat seit Jahrzehnten als Literaturübersetzerin die italienische Gegenwartsliteratur einem breiten deutschsprachigen Publikum zugänglich gemacht. Ihre Übersetzungen von Pier Paolo Pasolini, Andrea Camilleri, Roberto Saviano, Alessandro Baricco und Erri De Luca unter anderen sind bei Wagenbach, Rowohlt, Suhrkamp, Hanser, Piper, S. Fischer und Ullstein erschienen. Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Paul-Celan-Preis des Deutschen Literaturfonds für herausragende Literaturübersetzungen 2019 und dem Mazzucchetti-Gschwend-Übersetzungspreis 2024 des Ministeriums für Kultur und Medien und des Italienischen Kulturministeriums.