Heute hält Dr. Stefan Wolff (Forschungsinstitut für Technik- und Wissenschaftsgeschichte am Deutschen Museum München) im Rahmen der Europa-Woche 2026 einen Vortrag zum Thema “Naturwissenschaftler im Nationalsozialsimus – Bleiben oder der Weg in die Emigration?”.
Im Nationalsozialismus wurden nicht nur politische Gegner verfolgt, sondern selbst im Fall bekundeter Loyalität auch Menschen, die nach einer willkürlichen Definition der „jüdischen Rasse“ zugerechnet wurden. Diese durften – bis auf Ausnahmen – bereits seit April 1933 nicht mehr im öffentlichen Bereich beschäftigt werden. Dazu zählten alle Universitäten sowie fast alle Forschungseinrichtungen außerhalb der Industrie. Insoweit kam es 1933 zu einer ersten großen Entlassungswelle, die sich in den folgenden Jahren fortsetzte und nach dem Pogrom vom November 1938 nochmals einen Höhepunkt erreichte. Seit 1933 stellte sich den Betroffenen (und vielleicht nicht nur ihnen) die Frage, ob es möglich und sinnvoll war zu bleiben, also abzuwarten oder besser zu emigrieren, wobei sie sich dann mit der Frage nach dem Wohin auseinandersetzen mussten. Wir wollen dies anhand einiger biographischer Beispiele aus der Physik diskutieren.